Auch wenn er gefährlich aussah, war der Erlikosaurus kein Räuber. Dieser ungewöhnliche Theropode aus der späten Kreidezeit begeistert Paläontologen und Dinofans durch seine außergewöhnliche Kombination: ein vermutlich gefiederter Körper, riesige gebogene Krallen, ein zahnloser Schnabel… und eine rein pflanzliche Ernährung! Wie passt dieser “Erlik-Echse” in den Stammbaum der Dinosaurier?
Erlikosaurus
Familie
Theropode
das Zeitalter
Oberkreide vor 90 Millionen Jahren
Wo er lebte?
Asien (Mongolei)
Gewicht
300 kg
Höhe
4 m
Länge
2,5 m
Ein Theropode, der aus der Reihe tanzte
Der Erlikosaurus gehört zu den therizinosauriern – einer Dinosaurierfamilie, die so seltsam war, dass sie jahrzehntelang ein Rätsel für die Wissenschaft darstellte. Im Gegensatz zu klassischen Theropoden wie dem T. rex oder dem Velociraptor entwickelten sie Merkmale von Pflanzenfressern: lange Hälse, Schnäbel und ein nach hinten gerichtetes Schambein (ähnlich wie bei ornithischischen Dinos), was auf eine parallele Entwicklung zum Vegetarismus hindeutet.
Erlikosaurus andrewsi wurde 1980 von Barsbold benannt – zu Ehren des Dämons Erlik aus der mongolischen Mythologie. Ironischerweise war dieser "Dämon" eher ein Blättersammler als ein Killer.
Größe, Gewicht und Aussehen
Obwohl er nicht zu den größten gehörte, war der Erlikosaurus ein imposantes Erscheinungsbild. Nachfolgend sind seine geschätzten Maße aufgeführt:
| Merkmal | Geschätzter Wert |
|---|---|
| Gesamtlänge | 3,4 Meter |
| Höhe (ca.) | 1,6 m (bis zur Hüfte) |
| Gewicht | 150–250 kg |
| Ernährung | Pflanzenfresser |
| Lebensraum | Mongolei (Bayanshiree-Formation) |
Sein Körper war eher leicht gebaut, mit langem Hals und schmalem Schädel mit zahnlosem Schnabel – ideal für weiche Pflanzen. Die drei großen Krallen dienten nicht der Jagd, sondern wahrscheinlich zum Ziehen von Ästen, zur Verteidigung oder zum Graben.
Hatte er Federn?
Es wurden keine direkten Federn bei Erlikosaurus gefunden, aber nahe Verwandte wie Beipiaosaurus waren gefiedert. Daher geht man davon aus, dass auch der Erlikosaurus befiedert war – vermutlich zur Temperaturregulierung.
Intelligenz und Sinne
Die Analyse seines Gehirnabdrucks zeigt, dass er über ein gutes Gleichgewicht sowie gut entwickelten Hör- und Geruchssinn verfügte – Fähigkeiten, die wahrscheinlich von seinen fleischfressenden Vorfahren stammen.
Ernährung und Verhalten
Mit seinem Schnabel und U-förmigen Kiefer war der Erlikosaurus vermutlich ein selektiver Pflanzenfresser, der Blätter, Früchte und weiche Pflanzenteile aß. Einige Forscher glauben, dass er mit seinen Krallen Äste herunterzog oder Wurzeln ausgrub.
Er lebte wahrscheinlich allein oder in kleinen Gruppen und setzte eher auf Abschreckung als auf Kampf. Die Krallen könnten auch bei Paarungsritualen oder sozialen Rangkämpfen eine Rolle gespielt haben.
Kurioses
- Hatte ein rückwärts gerichtetes Schambein, wie Vögel.
- Krallen bis zu 30 cm lang.
- Gutes Gehör und Geruchssinn.
- Seine "außerirdische" Form inspirierte viele Paleo-Künstler.
FAQs
Was fraß er?
Pflanzen, Blätter, Früchte, eventuell Wurzeln.
War er gefährlich?
Nicht wirklich – eher zur Verteidigung gedacht.
Lebte er allein oder im Rudel?
Vermutlich in kleinen Gruppen.
Hatte er Federn?
Sehr wahrscheinlich, ja.
Wo lebte er?
Im heutigen Mongolei, vor etwa 90 Millionen Jahren
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